artifex 02/2026: Fernreisen
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Jamaika_farbenprächtig und liebenswert
JAMAIKA STARTET in die neue Saison
Erfahrene Kapitäne lotsen die Bambusboote geschickt an den Felsen auf dem Rio Grande vorbei. (Foto: © DHB)
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BRIGITTE KLEFISCH
Die Schäden nach dem Hurrikan Melissa sind in weiten Strecken behoben. Vor allem in den von Touristen bevorzugten Gebieten. Eingerahmt vom Karibischen Meer präsentiert sich Jamaika mehr denn je farbenprächtig, liebenswert und reich bestückt mit wunderbaren Erlebnissen für jedes Alter.
Bob Marley ist allgegenwärtig. Zumindest in den Herzen und Köpfen der Jamaikaner. Seine größten Hits wie »Is this love?« oder »Could you be loved?« erklingen allerorts auf den Straßen, aus Minibussen heraus, in Bars oder Cafés. Mit nur 36 Jahren im Jahr 1981 verstorben, verkörpert der Sänger bis heute den Spirit der Rastafari-Bewegung auf der Insel. Ihre Anhänger bilden mit der auffallend bunten Wollmütze – der Tam – in Grün, Gelb und Rot allerorts einen stimmungsvollen Farbklecks.
Jamaika ist eine tropische Insel in der Karibik. Südlich von Kuba und westlich von Haiti gelegen. Was die Insel auszeichnet, ist ihre bezaubernde Natur mit tropischen Regenwäldern und eindrucksvollen Gebirgen. Vor allem aber sind es die Inselbewohner, die jeden Aufenthalt zu einem wahren Vergnügen werden lassen. Gelassen und optimistisch heißt ihr Lebensmotto nach wie vor: »No problem!«
»Im Januar waren insbesondere in den touristischen Zentren achtzig Prozent der Hotels wieder eröffnet«, bestätigt Frank Grafenstein von Jamaica Tourist Board. Strom, Internet, alles ist wieder verfügbar. Die Zufahrtswege sind geöffnet. Jamaika-Experte Frank Grafenstein erklärt: »Die Menschen auf Jamaika sind auf Wirbelstürme gut vorbereitet. Mit Stufe 5 war Melissa ein ungewöhnlich starker Hurrikan. Dennoch ist es den Menschen gelungen, innerhalb kürzester Zeit eine gute Infrastruktur wiederherzustellen.« Lediglich im Inland könnten noch Spuren des Hurrikans zu sehen sein. So ist nach einer zehnstündigen Anreise aus Europa auch das Half Moon Resort in Montego Bay wieder ein wunderbarer Stopp, um von einer angenehmen, warmen Tropenluft und dem Duft des Meeres in Empfang genommen zu werden.
»DIE MENSCHEN AUF JAMAIKA SIND AUF WIRBELSTÜRME GUT VORBEREITET.« FRANK GRAFENSTEIN
Während das Wasser in allen Schattierungen von Türkis bis hin zu Tiefblau in der Sonne leuchtet, stellt sich fast automatisch ein Gefühl der Lebensfreude und Gelassenheit ein. Nur wenige Gehminuten entfernt kommen Film-Fans in den Half-Moon-Villas auf ihre Kosten. In Cottage No. 10 hatte einst Roger Moore in seiner Rolle als James Bond übernachtet. Insgesamt drei Bond-Filme entstanden auf Jamaika. Der Bond-Schöpfer Ian Fleming hatte die Insel nach dem Zweiten Weltkrieg für sich entdeckt. Hier konnte er sich zurückziehen und seine Filmhelden in atemberaubende Abenteuer schicken.
MIT PFERDEN SCHWIMMEN
Doch auch Jamaika-Besucher selbst können an diesem Ort außergewöhnliche Abenteuer erleben. Schwimmen mit Pferden ist ein Angebot von Trina DeLisser. Die ehemalige Springreiterin und engagierte Tierschützerin hat im Half Moon Equestrian Centre einen Ort erschaffen, in dem 18 ehemalige Rennpferde eine neue Heimat gefunden haben. Der Reithof ist ein Paradies für Pferdeliebhaber jeden Alters. Anfänger wie Profis können bei einem Ausritt am Strand entspannt die Umgebung erleben. Ganz Wagemutige können sogar mit den Tieren schwimmen gehen. Erfahrene Pferdebegleiter sorgen dafür, dass jeder ein unvergessliches Erlebnis mit nach Hause nehmen kann.
Wer noch mehr Action erleben möchte, sollte dem Yaaman Adventure Park in Ocho Rios einen Besuch abstatten. Fahrkünstler können wieder mit Buggys das unwegsame Gelände erkunden. Wer lieber etwas gemütlicher unterwegs sein möchte, kann sich in einem Waggon, gezogen von einem Traktor, durch das bewaldete Areal schaukeln lassen. Das Anwesen gehörte einst Sir Harold Mitchell. Das Haus erinnert heute daran, dass die einstige britische Kolonie mithilfe afrikanischer Sklaven Gewürze und Obst anbauen ließ. Dieses traurige Kapitel gehört zum Glück der Vergangenheit an. Heute ist insbesondere die Terrasse ein Ort des fröhlichen Zusammenkommens. Bei einem Jerk-Kochkurs werden die Teilnehmer in die jamaikanische Kochkunst eingewiesen. Jerk ist eine jamaikanische Grillkunst. Zumeist wird Huhn mit einer feurigen Marinade eingerieben und über Holzrauch gegart. Eine Zubereitungsart, die bei einer Rafting-Tour für ein weiteres, nachhaltiges Erlebnis sorgt.
Der Rio Grande ist mit über sechzig km Länge einer der längsten Flüsse Jamaikas. Er hat seinen Ursprung in den Blue Mountains – einem Gebirge, in dem die Bohnen des beliebten Blue-Mountain-Kaffees wachsen. In dem kleinen Ort Berrydale warten erfahrene Raft-Captains auf die Gäste. Auf einem Bambusboot geht die Reise entlang malerischer Landschaften. Das Floß wird mit einem Bambusstab und reiner Muskelkraft gesteuert.
Nach zwei Stunden gibt es einen kulinarischen Stopp. Hinter einer offenen Feuerstelle steht fröhlich lächelnd Belinda Grey. In großen, eisernen Töpfen hat sie Huhn, Fisch, würzige Soßen und den typischen »Rice and Peas« zubereitet. Das ist Langkornreis mit Kokosmilch, roten Bohnen und verschiedenen Gewürzen. Das zubereitete Mahl schmeckt köstlich unter dem azurblauen jamaikanischen Himmel.
Doch was wäre solch eine Erlebnisreise für Jung und Alt, stünde nicht ein Besuch des Bob-Marley-Museums in der Hauptstadt Kingston auf der To-do-Liste? In dem ehemaligen Wohnhaus des Stars erinnern Schallplatten-Cover, Fotos und das Tonstudio an das Leben dieser jamaikanischen Legende. Und Jamaika wäre nicht Jamaika, würden die Museumsführer ihren Gästen nicht auch eine schwungvolle Gesangseinlage bieten. Der letzte Abend gehört der Reggae-Musik. Während langsam die Sonne im Meer versinkt, erklingen im Azul Beach Resort in der Negril-Bucht die melodischen Klänge einer typischen Steelpan. Den Sand unter den Füßen, tanzen Gäste und Mitarbeiter und feiern weiter Jamaika mit all seinen Farben.
Gut zu wissen
Die Hurrikansaison auf Jamaika dauert durchschnittlich von Anfang Juni bis Ende November. In dieser Zeit kann immer wieder vermehrt Niederschlag fallen. Das Hauptrisiko für tropische Wirbelstürme ist zwischen August und Oktober. Informationen über Anreise und Übernachtungen auf
handwerksblatt.de/Jamaika
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