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GINFAMILY: DER NATUR ETWAS ZURÜCKGEBEN

Seit 2022 mit GiNFAMILY selbstständig: Oliver Hennicke.

2022 HAT SICH OLIVER HENNICKE MIT SEINER ONLINE-PLATTFORM GiNFAMILY SELBSTSTÄNDIG GEMACHT. SEIN ANSATZ: KLEINE ODER BESONDERE MARKEN DARÜBER ONLINE ANZUBIETEN – UND FÜR JEDE VERKAUFTE FLASCHE EIN KILOGRAMM PLASTIKMÜLL AUS DEN WELTMEEREN ZU HOLEN.

Wenn Oliver Hennicke auf einen Tauchgang geht oder einen Ausflug in die Natur macht, kehrt er nie mit leeren Händen zurück. Seine Beute: Müll. „Es ist für mich eine schreckliche Erfahrung, dass überall Unrat liegt“, begründet der Wahl-Kölner sein Engagement. Sein Erweckungserlebnis hatte er 2018, als er mit frisch erworbenem Tauchschein in Indonesien mit Mantarochen tauchte – und gleichzeitig durch Plastikberge schwimmen musste. Heute hat er seinen Umwelteinsatz mit seinem Beruf verquickt: Als selbstständiger Unternehmen vertreibt er über die Plattform GiNFAMILY exquisite Tropfen und sorgt mit der Umweltorganisation The Honu Movement dafür, dass für jedes verkaufte Produkt ein Kilo Plastik aus den Weltmeeren verschwindet.

Sechs Jahre hat es allerdings gedauert, bis vom ersten Gin-Erlebnis die Plattform und die heutige Gin-Familie aufgebaut war. „Erst 2016 habe ich die Spirituose Gin für mich entdeckt und war sofort begeistert über die vielfältigen Geschmacksrichtungen, die sich durch die unterschiedlichen Botanicals und Fillers ergeben“, erinnert sich der gebürtige Solinger. Die Begeisterung fürdas Destillat konnte er einfach nicht für sich behalten – und postete seine Eindrücke ab 2017 mit einem eigenen Instagram-Kanal.

Dort tauchten interessante Destillate und Fillers auf, die ihm auf seinen Reisen begegnet waren, inklusive des berühmten „Perfect Serve“, wie sich ideale Kombination aus Spirituose, Filler und Garnitur nennt. Mit seinem Tauchschein hatte er zudem einen Grund, die Welt des Wassers erkunden und kam so an Orte, die bislang nicht auf seiner Liste standen. Stets mit neuen Begegnungen in Sachen Gin natürlich. Überall entdeckte er Destillen, die kleine, exklusive Tropfen produzierten, die aber selten über ihr regionales Einzugsgebiet hinauskamen. Und wie so oft, allein schon aus Geschmacksgründen waren es diese Tropfen Wert, einem größeren Kreis zugänglich gemacht zu werden – ein Gedanke, der Hennicke nicht losließ.

Das setzte sich in seinem Kopf fest. Corona und die damit verbundene Kurzarbeit waren zunächst der Auslöser, sich über Instagram hinaus online mit dem Thema Gin auseinanderzusetzen. „Ich kenne tolle Produkte, die Geschichten und Hintergründe dazu – und das möchte ich einfach anderen Menschen vermitteln“, erklärt Hennicke seine Motivation, ab 2020 eine eigene Gin-Website aufzubauen. Er trug die Informationen rund um das jeweilige Produkt zusammen und stellte ihn so der interessierten Fangemeinde des Wacholderdestillats vor.

Dabei zeigte sich schnell eine erstaunliche Entwicklung, die fast jeder erlebt, der sich intensiv im Dialog mit anderen online über Gin austauscht. „Es bildet sich eine Community, eine Gemeinschaft“, erinnert sich Hennicke. „Für mich hatte das schon familiären Charakter – und ich hatte damit schnell den Namen für meine Seite gefunden: GiNFAMILY.“ Ihm kam dabei zugute, dass er auf seiner Plattform eher unbekannteren Gins vorstellte und so die Nachfrage in seiner Community nach diesen speziellen Tropfen anheizte. Der nächste Schritt kam ein Jahr nach dem Entstehen der Internetseite: Er baute sie zu einem Online-Shop um.

SCHNELL ZUR COMMUNITY
Seitdem ist er immer wieder unterwegs, um für neue, noch bislang unbekannte Destillate in seiner GiNFAMILY zu sorgen.  Und so ganz nebenbei nutzte von Anfang an seine Plattform auch dafür, der Natur etwas zurückzugeben, in dem er – mit Partnern – für mehr Sauberkeit auf dem Planeten kämpft. Er entschloss sich, Partner der gemeinnützigen Umweltorganisation „The Honu Movement“ zu werden, die Plastikmüll aus den Meeren sammelt. Das Ergebnis: Von jedem verkauften Produkt spendet er an die Umweltaktivisten, die im Gegenzug zur Spende ein Kilogramm Plastik aus den Ozeanen holen und dem Recycling zuführen.

2022, also im sechsten Jahr nach der ersten Bekanntschaft mit dem Gin in fernen Gefilden, wagte er schließlich seinen nächsten, entscheidenden Schritt: Er machte sich mit GiNFAMILY selbstständig. „Ich habe mir immer gesagt, wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere,“ sagt Oliver Hennicke. „Man muss nur den Mut haben, hindurchzugehen.“ Damit kommt er seinem Traum wieder ein Stück näher: „Gin genießen, Gutes tun und gleichzeitig neue Kulturen, Landschaften und Menschen kennenzulernen.“

ginfamily.de

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artifex 03/2022: Gin - Seite 41