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GIN DE COLOGNE: EVERYBODY’S DARLING

Abbass Khatami mit seinem Gin de Cologne Orange.

EAU DE COLOGNE KENNT JEDER IN DER WELT, WARUM ALSO NICHT EINEN GIN DE COLOGNE? MIT DIESER NAMENSKREATION SCHAFFTE ABBASS KHATAMI EINEN ECHTEN COUP UND KREIERTE EINEN GIN, DEN ER GERNE ALS „EVERYBODY’S DARLING“ BEZEICHNET. LÄNGST HAT DER MARKETINGPROFI DIE GIN-FAMILIE ERWEITERT.

Schuster, bleib bei deinen Leisten – das ist für Abbass Khatami ein wichtiges Lebensmotto. „Man soll sich immer auf das konzentrieren, was man kann“, sagt sich der Marketingprofi und beantwortet so die klassische Frage, ob er denn seinen Gin selbst brennt. „Ich bin kein gelernter Brenner, diese Arbeit überlasse ich bewusst den Profis“, sagt der gebürtige Kölner, dessen Gin natürlich standes- und namensgemäß in Köln entsteht. Aus Köln, für Köln – und für die ganze Welt.

Gin de Cologne – mit passendem Ausblick über Köln. Foto: © Gin de CologneGin de Cologne – mit passendem Ausblick über Köln. Foto: © Gin de Cologne

Der 49-Jährige ist Marketingprofi durch und durch. Das beweist er täglich mit seiner Werbeagentur, mit der er sich auf Absatz- und Verkaufsförderung konzentriert.  Den Job hat er von der Pike auf gelernt und startete seine Karriere mit der Ausbildung zum Werbekaufmann in einer der größten Agenturen Deutschlands. „Mit 24 hatte ich dann die große Chance, mich mit einer eigenen Agentur selbstständig zu machen“, erzählt der Marketingprofi und baute sich allmählich seine Kundschaft auf.

Seit rund 15 Jahren zählen namhafte Spirituosenhersteller zu seinem Kundenstamm, für die er Verkaufskonzepte entwarf. Für die Einführung von Aperol Spritz 2008 etwa bekam er sogar einen Preis zugesprochen, der auch nicht der einzige für seine Leistungen rund um das Marketing blieb. Ein Standing im Markt, aber auch das unschätzbare Know-how, wie man Marken platziert, bekannt macht und sich eine treue Kundschaft aufbaut, das sind die Eigenschaften, die Khatami natürlich auch bei seiner eigenen Marke, eben dem Gin de Cologne, zugutekommen.

Abbass Khatami mit seinem Gin de Cologne vor der Brennblase, unten Impressionen vom Gin de Cologne. Foto: © Gin de CologneAbbass Khatami mit seinem Gin de Cologne vor der Brennblase, unten Impressionen vom Gin de Cologne. Foto: © Gin de Cologne

Die erste Idee zu einem Gin de Cologne kam ihm 2017. „Wir haben jedes Jahr rund fünf Millionen Touristen hier in Köln“, resümiert Khatami. „Allein die Vorstellung, welches Potenzial darin steckt, wenn jeder ein Mitbringsel, ein Souvenir aus Köln mitnimmt, hat mich schon elektrisiert.“ Da er zugleich leidenschaftlicher Gin-Genießer ist, machte es bei ihm „Klick“ – der Name „Gin de Cologne“ war geboren.

Jetzt galt es „nur“, diesem Namen noch einen vernünftigen Inhalt, also einen ordentlichen Gin zu geben. Khatami ließ sich dabei von einer Grundidee leiten: „Ich wollte von Anfang an auf den breiten Markt, auf eine Vielzahl von Konsumenten bzw. Genießern abzielen“, erinnert er sich. „Daher kam für mich ein Nischenprodukt, irgendein Exot, von dem sich nur Experten begeistert zeigen, nicht in Frage.“

Für ihn blieb als Endergebnis nur eins: „Es sollte ein „everybody’s darling“ werden, einer, der allen schmeckt und unter den Gin-Genießern die möglichst größte Schnittmenge erzielt.“ Anders gesagt: Es musste ein Gin werden, der sowohl der Kräuter-Fraktion als auch die der Frucht-Liebhaber schmecken würde. Genau das lieferte Khatami schließlich ab. Einen gefälligen Gin für den Massenmarkt, aber ohne bei den Discountern auf dem Wühltisch zu landen.

„Angebote dazu gab es schon und so etwas würde sicherlich die Verkaufszahlen im fünfstelligen Bereich erhöhen“, so Khatami. „Aber das kam für mich nicht in Frage.“ Denn dass er erfolgreich ist, kann man an seinen vielen Verkaufsstellen erkennen, die sich längst über die Grenzen Kölns hinausbewegt haben. Der Lokalpresse in Köln war es sogar gleich eine halbe Seite wert, darüber zu berichten, dass es Khatami mit seinem Gin de Cologne gewagt hat, in Düsseldorf bei einem Aktionsstand einen Stand aufzubauen (Köln-Düsseldorfer wissen, was das bedeutet…).

Gin de Cologne Foto: © Gin de CologneGin de Cologne Foto: © Gin de Cologne

Der Gin de Cologne basiert auf 12 Botanicals und es lag nahe, die Prinzipien eines Bombay Sapphires auf diese Marke zu übertragen. Bombay schafft es seit Jahren, durch das Hinzufügen weiterer Botanicals dem ursprünglichen Geschmack eine (mehr oder weniger) neue Richtung zu geben und unter einem Namenszusatz auf dem Markt zu platzieren. Khatami hat zunächst seinen Gin de Cologne um Himbeeren und Erdbeeren erweitert und das Endprodukt heißt – wenig überraschend – Gin de Cologne Rosé. Den die Botanicals verleihen seinem Ursprungsgin – neben den zusätzlichen Aromen – auch eine rosa Farbe und prompt war der Gin de Cologne Rosé geboren. Die weitere Sorte Gin de Cologne Orange entstand durch die Beigabe der Südfrüchte und leuchtet entsprechend aus der Flasche.

Rosé – eine Variation des Gin de Cologne Foto: © Gin de CologneRosé – eine Variation des Gin de Cologne Foto: © Gin de Cologne

So arbeitet der Marketingprofi kontinuierlich weiter an seiner Gin-Familie. Bereits auf dem Markt ist die alkoholfreie Variante seiner Spirituose, die tatsächlich frei von Alkohol ist und auch nicht im Millibereich alkoholische Spuren erhält. Trockenen Alkoholikern möchte er dennoch seinen alkoholbefreiten Gin de Cologne nicht geben. „Es besteht zu sehr die Gefahr, dass sie auf den Geschmack kommen und irgendwann zur Alkoholversion greifen,“ so Khatami. „Das möchte ich nicht risikieren und so etwas könnte ich auch nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.“ Ein nachvollziehbares Argument – denn seine alkoholfreie Version kommt mit einem guten Tonic tatsächlich verdammt nah an einen echten GinTonic ran.

Mit seinem Gin de Cologne, den er von Anfang als eigenständige Firma neben seiner Werbeagentur aufgebaut hat, fertigt der Kölner, der direkt in Domnähe geboren wurde und auch dort aufgewachsen ist, auch schon Auftragsarbeiten an. Sein Nürburgring Gin etwa entstand in Kooperation mit der Rennstrecke und hat weniger mit Benzin und Gummi zu tun, sondern hat seinen Basisgin mit Rosmarin, Basilikum und Thymian veredelt. Das versetzt den Genießer mit diesem Dry Gin eher ans Mittelmeer als in die Eifel. Und die nächsten Sachen sind schon in der Pipeline – Abbass Khatami weiß ganz genau, wie er seinen Gin in die Domstadt und weit darüber hinaus tragen kann.

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artifex 03/2022: Gin - Seite 30